Ich mit smarter Brille II („Anzu“ von Razer )

Ich komme in das Alter von Gleitsichtbrillen. Das will ich mir a) noch nicht eingestehen und b) ist die Veränderung meines Sehvermögens mit Sicherheit noch nicht abgeschlossen. Daher steht ein Zwischenschritt an – eine Bildschirm- und Lesebrille. Und da war sie wieder da, die Idee eines Wearables, wenn’s schon keine Smartglasses werden sollen.

Intro

Ich halte fest, ich brauche eine zweite Brille. Meine seit über 30 Jahren präferierten (perfekt Kreis-)Rund-Brillen sind mal wieder überhaupt nicht Mode, aber gerade startet Razer eine fast runde „smarte“ Brille namens „Anzu“. Der erschließt sich mir nicht (s. dazu die Wikipedia), aber da „Razer … die weltführende Lifestyle-Marke für Gamer“ ist, kann sich das aus diesem Metier ableiten. Was das erste Kompatiblitätsproblem ist: Ich bin kein Gamer. Meine Kids schwanken daher im Angesicht (im wahrsten Sinne) dieser Brille von Heiter- zu Peinlichkeit.

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Die Anzu soll v.a. eine Bildschirmbrille sein, die mit Blaulichtfilter- aber auch getönten Sonnenschutzgläsern ausgeliefert wird. Beide Varianten sind irrelevant für mich und daher habe ich vorab mit meinem Optiker geklärt, ob er mir in diese Fassung exakt meine Bildschirmarbeitsplatzbrille macht. Das ging und daher habe ich sowohl im Onlineshop von Razer als auch bei dem Optiker meines Vertrauens geordert. Bei letzterem, also hinsichtlich der Optik, habe ich dann allerdings nur eine Superentspiegelung und keine sonstige Filterung gewählt, weil ich die Investition schlank halten wollte. Damit habe ich allerdings eine Grundidee der Brille schon mal ausbauen lassen…

Die Brille bietet aber via 5.1-Bluetooth v.a. auch eine Headset-Funktionalität – und das war für mich kaufentscheidend. In den Bügeln sind also Mikrofone sowie Lautsprecher verbaut, die das Ohr von außen bespielen, also keine Knochenschall-Technik wie bei meinem letzten Versuch. Die Qualität der (omnidirektionalen) Mikrofonie ist hinreichend gut. Gleiches gilt hinsichtlich der Soundqualität. Ich bin generell kein Kopfhörer-Typ, das ist bei mir mehr ein notwendiges übel als eine Vorliebe (also auch teurerste Kopfhörer haben mich bislang nicht zu faszinieren vermocht). Aber in Zeiten von durchgängigen ViKos im Open Space-Büro sind sie kollegiale Pflicht und in dieser Anwendung müssen sie auch „nur“ möglichst gute Sprachverständlichkeit, hervorragenden Tragekomfort, idealerweise kabellosen Anschluss und in dem Fall lange Akkulaufzeiten und geringe Latenz mitbringen.

Zur Latenz soll die Anzu laut Herstellerangabe spitze sein, sie bietet in einem Gaming-(!!, s.o.) Modus diesbezüglich 60 ms. Ich habe das via App eingeschaltet, bislang aber noch keinen Unterschied bemerkt (vielleicht sollte ich dazu was spielen…). Was für mich cooler gewesen wäre, ist eine Bluetooth Multipoint-Verbindung mit der man sich gleichzeitig mit zwei Devices verbinden und dann easy hin- und her connecten kann. Also von ViKo zu Telefon und wieder zurück. Das macht aber nach meinem Kenntnisstand derzeitig noch keine der am Markt befindlichen Alternativen.

In der App gibt’s daneben noch einen „Equalizer“, wo drei unterschiedliche Klang-Presets zur Wahl stehen. Das ist nicht super ambitioniert, aber vielleicht kommt mit der Weiterentwicklung der App an der Stelle noch mehr. Zudem ist in der App die Touch-Bedienung für die Musik- und Anrufsteuerung, die in den Bügeln integriert ist, erklärt und bei Bedarf auch frei zuweisbar.

Hardwaretechnisch sind neben den beiden Sätzen an Gläsern ein USB-A-Ladekabel, ein Reinigungstuch und eine Tasche mit dabei.

Outro

Ich habe die Anzu jetzt auf allen meinen Devices laufen: MacBook Air 2018 mit Bootcamp-Installation, also auf MacOS und auf Windows, iPhone SE, iPad 6. Gen und Huawei P30. Auf dem MacBook Air auf Windows funktioniert das Mic nicht, also nur der „Kopfhörer“. Das ist aber bei allen Bluetooth-Headsets bei mir so und scheint mein spezifisches Windows-Problem zu sein. Bei den anderen Kombinationen passt alles und die App auf iOS und Android unterscheidet sich hinsichtlich Funktionalität und Bedienung nicht.

Der Tragekomfort der Anzu ist für meinen Kopf hervorragend: Dank meiner Wahl von Glas und damit kein leichteres Plastik, wiegt das auch optisch nicht gerade zurückhaltende Ensemble in meiner Brillenstärke zwar 56 g (meine „normale“ Brille liegt bei 13 g), aber das ist dennoch gut tragbar. Für einen Outdoor-Einsatz bspw. beim Fahrradfahren kann ich kein Feedback geben, weil ich mit der Optik tatsächlich nur lese und arbeite. Alles andere ist unangenehm, da nehme ich also lieber meine normale Brille(nstärke), wo ich auch auf die Ferne die Korrektur meiner Fehlsichtigkeit habe.

Fazit: Ich teste weiter, aber im Moment ist das technisch schon sehr gut. Ob es auf Dauer eine gute Idee ist, einen offenen Kopfhörer ohne ANC fürs Arbeiten einzusetzen, wird sich zeigen. Vielleicht gibt’s dann parallel noch einen klassischen (Mickey Mouse-) Kopfhörer, denn die In-Ear-Modelle sind für mich nach mehreren Versuchen alle nüscht.

Links

Ich mit smarter Brille („Trendy“ von Vue Glasses)
Der vorangegangene Selbstversuch in gleicher Mission

http://www.optik-sichtwerk.de
Mein Optiker

https://www.razer.com/de-de/mobile-wearables/razer-anzu-smart-glasses/RZ82-03630800-R3M1
Die Anzu-Seite im Hersteller-Shop

„Elements of AI“ im Selbsttest

Startbildschirm von Elements of AI

Der Mooc Elements of AI wurde ursprünglich in Finnland entwickelt. Ziel ist es, Basiswissen rund um Künstliche Intelligenz und ihre Anwendungen zu vermitteln. Die Weiterbildungs-GmbH des Deutschen Industrie- und Handelskammertags hat diesen Kurs übersetzen lassen und für Deutschland lizensiert. Ich habe mich natürlich gleich in den Kurs eingetragen – und mit den guten Vorsätzen für 2021 will ich das nun auch umsetzen.

Links

https://elementsofai.de
Startseite zu dem Kurs

Das nächste Unboxing: Der Goodie Bag von Nürnberg Digital Festival ist angekommen!!

Am Montag geht’s los: Das Nürnberg Digital Festival geht in die achte Runde. Als „Web Week“ gestartet verbindet es seit 2012 unterschiedlichste Akteure aus der digitalen Welt. Eine kleine, aber entscheidende Namensänderung führt das Festival auch dieses Jahr ein: den corona-bedingten Namenszusatz „REMOTE“. Nunja, dazu braucht man nichts schreiben. Bzw. nur so viel: Ich durfte bei einem Technik-Check vorab mitmachen und fand die eingesetzte Plattform hopin (https://hopin.to) gut ausgewählt. Diese hat im übrigen mit bspw. weltweiten UN-Konferenzen hervorragende Referenzen im Portfolio.

Zurück zum Goodie Bag

Die Überschrift lautet „Unboxing“. Daher gebietet sich nun die Einhaltung des formulierten Nutzwertversprechens. Voilà:

Sehr schön – und definitiv kein Trash! Der Müsliriegel ist schon weg, der Aufkleber kommt auf mein MacBook und der Schal (und zugleich gesetzlich erlaubter Maskenersatz) nach einem Boxenstopp in der Waschmaschine auch zum Einsatz.

Links

https://nuernberg.digital
Die Startseite zum Event

Unboxing: Der Goodie Bag von HEY! Innoversity ist daaa!

Goodie Bag HEY! Innoversity-Festival

Heute war es soweit: Die vorwurfsvoll-kritische Frage „Was haste denn schon wieder bestellt?“ habe ich zunächst mit einem „Keine Ahnung“ beantwortet. Bis mich im nächsten Moment dann doch selbige anflog: In Kürze startet das Festival der Class5 „meiner“ Shiftschool!! Johh, ein Jährchen ist es her, dass wir, also die Classfour, unser Humanity-Festival in den Design Offices in Nürnberg City abhalten durften. Nun ist der nächste Shiftschool-Jahrgang dran mit ihrer Interpretation der Projektaufgabe Konzeption, Planung und Realisation eines Festivals. Und obwohl es erst dieses eine Jahr her ist, erscheint es mir doch lightyears away. Vor allem aber ziehe ich schon vorab den Hut vor der Class5: Wir durften pre-coronal noch ein Präsenz-Festival abhalten, welches wir ohne die Maßgabe von Social Distancing vorbereiten konnten. Das ist der Class5 nicht gegönnt und daher ist deren Festival ne ganz andere Nummer.

Aber jetzt nach vorne geschaut: Ich freue mich nicht nur wegen der oben abgebildeten Ingredienzien auf die Woche vom 28. September bis 2. Oktober auf die Vorträge und Inputs von https://hey-innoversity.com. Dort finden sich auch die Vorträge, von denen ich mir drei in meinem Kalender eingetragen habe. Mehr ging nicht, aber auf die drei freue ich mich außerordentlich. Was das beispielsweise mit dem UHU-Stick im Goodie Bag zu tun hat, weiß ich vielleicht nach der Woche, die Schoki mit Meersalz ist jedenfalls schon mal weg….

Links

https://hey-innoversity.com
Die Startseite zum Event

Ich mit smarter Brille („Trendy“ von Vue Glasses)

Nun mal ein Beitrag in sehr eigener Sache. Zu dem Thema Smart Glasses to be more precise. Denn das ist die praktizierte Digitale Self-Transformation eines Brillenträgers.

Vue Glasses war bereits 2016 ein mich sehr interessierendes Crowdfunding-Projekt auf Kickstarter. Damals hatte ich noch keine Ahnung von Singularity-Ansätzen eines Herrn Kurzweil, aber ich fand diesen allerersten brillenträgerfokussierten Schritt schon sehr cool. Bestellt habe ich dennoch nicht. Mit einigem Verzug sind die Brillenfassungen mit Smartphone-Connect dann tatsächlich auf den Markt gekommen. Und nun musste ich doch zuschlagen.

Um es vorwegzunehmen: Es funktioniert technisch prächtig. Ich habe die Brille an meinem iPad 2018, meinem iPhone 8 und meinem Huawei P30 problemlos getestet. Bei Musik finde ich sie dann aber doch etwas unangenehm, weil sie mit der Knochenübertragung etwas vibriert. Bei Stimmen ist das nicht der Fall. Und das ist mein Standardfall: Telkos, Vikos und normale Telefonate. Für diese Anwendungsfälle ist es allerdings schade, dass kein gleichzeitiges Pairing an zwei Devices unterstützt wird. Denn Musik genieße ich mit entsprechenden Dezibel lieber als soziales (damit die Nachbarn auch was davon haben!) Ganzkörpererlebnis.

Um es abzuschließen: Es funktioniert mit meinem Kopf nicht. Nach etwa zwei Stunden Tragezeit haben die Adaptoren für die Knochenübertragung unangenehm gedrückt. Das war mit kurzen Aufsetzen definitiv nicht zu spüren, sondern erst im Langzeittest zu ermitteln. Die Idee ist aber (auch nach dem Scheitern von Google Glasses immer noch) gut. Irgendwann wird auch Apple mit einem diesbezüglichen Produkt starten und Bosch (!!) hat im Januar auf der CES eine interessante Eigenentwicklung gezeigt. Das sind beides echte Smartglasses-Konzepte mit Mixed-Reality-Funktionen. Die einfache Variante, also letztlich nur ein Bluetooth-Headset in einer Brillenfassung, gibt es alternativ zu Vue von Bose, nur in den USA bzw. zumindest derzeit noch nicht bei uns gibt es von Amazon die Alexa-Brille „Echo Frames“, Huawei ist in Zusammenarbeit mit Gentle Monster schon mit der Generation II am Start und aus Österreich die Firma Fauna . Fazit: Da wird es eines Tages auch irgendwas für mich geben.

Links

https://vueglasses.com
Der Link zur Brille

„Algorithmus und Rhythmus“ von Richard David Precht im Zusammenspiel mit Wim Mertens

HAMBURG, 15. September 2020 – Das erste „Konzert“ des Re-Starts der Elbphilharmonie im Großen Saal – und ich habe zwei Karten bekommen. Großartig!! Seit drei Jahren jage ich einer Gelegenheit nach, um die Akustik dieses Ausnahmekonzertsaals mit einer anspruchsvollen und nach Möglichkeit unplugged Darbietung selbst erleben zu dürfen. Und dann das: Precht zusammen mit Mertens zu einer ganz eigenen Hybrid-Veranstaltung im Rahmen der „Harbour Front Sounds“ – Letzterer solo am unverstärkten Flügel. Und so fanden sich die 600 erlaubten Zuhörer (darunter ein sehr geschätzter Arbeitskollege und ich) an einem wunderbaren Spätsommerabend zunächst auf der Plaza ein, um sich dann hygienekonzeptkompatibel auf die 2100 Plätze innen zu verteilen. Betriebswirtschaftlich muss der Abend also schon mal ein Desaster sein…

Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens

Pünktlich ging es los: Zunächst mit einem ersten Stück von Wim Mertens. Be

Der Titel und die Inhalte von Prechts neuem Buch

in Menschen unvollständige Maschinen zu sehen, statt in Maschinen unvollständige Menschen.“ Den eilfertigen Gehorsam gegenüber den „Spielregeln unserer Ökonomie“ weist Precht ab. Der „Drang zum Mehr“ sei „kein Urtrieb“, sondern dem Ökonomismus der Gesellschaft geschuldet.

KI wird als Allheilsbringer und gleichzeitig große Gefahr gesehen.

Generelle KI wird es vermutlich nicht geben, weil das Bewusstsein fehlt.

Affective Computing (oder auch Emotion AI genannt)

Outro

Nicht nur mit dem langanhaltenden Applaus, den (nicht erfolgreichen) Zugaberufen und der Schlange beim Verkauf von signierten Büchern hat sich der populärphilosophische Charakter der Veranstaltung manifestiert. Für mich aber im besten Sinne: Selbst ich konnte dem Vortrag intellektuell folgen. Das Spiel zwischen jeweils einem Vortragsblock und dann einer musikalischen Darbietung, wo man das eben gehörte für sich nochmal neu sortieren konnte, fand ich ein sehr angenehmes Format.

Links

www.heymann-buecher.de/shop/magazine/141377/15_09_richard_david_precht_.html
Zur Veranstaltungsseite bei dem Mitveranstalter Buchhandlung Heymann

www.t3n.de/magazin/precht-im-interview-ewiges-leben-249667
„Precht im Interview: Ewiges Leben in der Cloud? ‚Nein, danke!'“ bei t3n

www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/KI-wird-in-Unternehmen-viel-seltener-genutzt-als-gedacht
Pressemeldung vom Bitkom vom 7. Oktober zu dem Thema, die ich hier noch nachreichen will

https://youtu.be/K6dYTc03bus
DWC TV: Richard David Precht | „Nimmt uns künstliche Intelligenz den Sinn des Lebens?“

„Künstliche Intelligenz und Ethik“ bei Onestoptransformation…

… mit Prof. Dr. Dr. Justinus Pech.

Onestoptransformation und damit auch Julian Knorr habe ich beim Servus-KI-Festival der Class 3 Ende September 2018 sowie beim 2019er Digital Festival kennengelernt. Er hat aber auch eine Vortrags-, Netzwerk- und einfach Feel Good-Reihe „Gin & Transformation“ im Portfolio. Zu der mittlerweile vierten Veranstaltung am 9. Juli im Garten von Onestoptransformation in Erlenstegen war mit Pater Prof. Dr. Dr. Justinus Pech nicht nur ein wahrlich geistreicher Redner am Start, sondern auch in seiner Eigenschaft als (Kloster-)Gin-Hersteller (Monastic Dry Gin) der wohl prädestinierteste für den Titel dieser Veranstaltungsreihe.

In medias res: Künstliche Intelligenz und Ethik

Prof. Pech ist Mönch im Zisterzienserorden in Leipzig. Der promovierte BWLer beschäftigt sich seit längerem mit Wirtschaftsethik. Insbesondere am Beispiel der Automobilindustrie erläuterte er die Problemlage des derzeitigen Übergangs: Mobilität findet inzwischen als personalisierte multisensorische Mensch-Maschine-Interaktion statt. Die Kombination der vielfältigen und allesamt datenbasierten Interaktionen formt eine neue Qualität, wo schließlich eine KI ins Spiel kommt. Denn das vernetzte System bietet weit mehr als die Summe des jeweiligen singulären Momentums und kann beispielsweise mit Hilfe unseres ständigen Vademecums Smartphone (mit einer aktuellen Rechenleistung von vielen Milliarden von Rechenoperationen pro Sekunde) und einer KI darauf, viele Vorgänge automatisieren und uns Nutzern sehr bequem im jeweiligen situativen Kontext eine optimale Lösung anbieten. Die KI berücksichtigt dann sogar unsere Gefühle, die sie erkennen (und verstehen!) kann. Klingt alles scary, wird aber kommen. Und damit sind wir in der ethischen Dimension, denn nun werden Grenzen unklar. Wie viel Privatsphäre wollen wir haben? Sind wir beispielsweise noch frei, wenn das autonome Auto aufgrund einer gigantischen Datenkenntnis von unserer Person eine äußerst individuelle Navigation vorschlägt? Was passiert (gesamtgesellschaftlich?), wenn ich mich ohne KI entscheide und dann einen Unfall baue? Was ist, wenn die KI nicht mehr nur vorschlägt, sondern mindestens prä-determiniert? Das sind alles schon mehr als verfängliche Problemlagen – und alle noch weit vor dem in dem Zusammenhang oft strapazierten wahrhaft finalen Entscheidungs-Dilemma Soll-die-KI-Kinder-oder-die-Alten-überfahren (s. dazu Moral Machine). Es wird nicht nur für das Thema Mobilität bislang unglaublich smarte Lösungen geben, aber was sind wir bereit an Persönlichkeitsrechten dafür aufzugeben? Letztlich: Wie wollen wir leben? Das gilt es aktiv und (noch!) selbstbestimmt in der ganzen Gesellschaft zu diskutieren. Formallegale Regelungen helfen uns da nicht, denn die kommen immer nachschüssig. Zudem ist nicht alles, was legal ist, auch legitim. Da liegt aber auch schon die nächste Crux: Diese Fragestellungen zieren eine zutiefst kulturelle Prägung. Falls wir als deutsche Gesellschaft zu einem klaren Urteil in irgendeiner Frage in diesem Kontext kommen sollten, sehen das 1,3 Mrd. Menschen in China wahrscheinlich anders.

Outro

Der Vortrag war auch dank der (katholisch-)theologischen „Einfärbung“ (Zitat „Kirche als Franchise-/Fillialsystem, aber mit null Customer Relationship Management“) nach meinem Dafürhalten sehr, sehr hörenswert. Nach diesem Impuls gab es noch eine spannende Diskussion rund um das Thema. Ich muss weiter an dem Thema bleiben und freue mich schon jetzt auf den nächsten Input dazu: „Algorithmus und Rhythmus“ von Richard David Precht im Zusammenspiel mit Wim Mertens.

Es war ein interessanter Abend, sehr nice fand ich zudem, dass ich einige Mates meiner Class 4, weitere Shiftschoolies und auch einen Arbeitskollegen getroffen habe. Danke an die Veranstalter!! Und zuletzt – skol, auch der Gin war hervorragend.

Links

https://www.onestoptransformation.com/post/gin-transformation-summer-edition-ein-kleiner-nachbericht
Zum Nachbericht bei Onestoptransformation (mit mehr Bildern)

https://youtu.be/3Om9ssTm194
Video „Mythen und Fakten über superintelligente KI“

https://mixed.de/ki-kritik-kuenstliche-intelligenz/
Ein lesenswerter Artikel „Künstliche Intelligenz: Werden wir für dumm verkauft?“

https://www.linkedin.com/pulse/wie-wir-den-terminator-aus-der-ki-diskussion-c%25C3%25A9cile-schneider/
Ein Nachbericht zu einer anderen KI-Veranstaltung (in dem Fall von Microsoft und mit Christiane Brandes-Visbeck und Magdalena Rogl, die ich während Shiftschool-Sparks kennenlernte) mit guten Gedanken zu dem Thema

Atlassian Community Nürnberg-Treffen ….

Coworking Nürnberg

…. im Coworking Space am Josephsplatz. Wtf is this? Früher gab es die „Atlassian User Group“ als eine offene Plattform für den Erfahrungsaustausch von Anwendern und Administratoren von Atlassian-Produkten wie z.B. Confluence, JIRA, Bamboo oder Bitbucket. Ich habe den Erfahrungsaustausch bei meinem ersten Treffen im November 2017 auch genau so erlebt: Dort habe ich die Bandbreite, ja Ökosphäre, der Altassian-Produkte erstmals erahnt. Denn ich arbeite nur anwenderseitig in der Zusammenarbeit mit unserem Dienstleister mit JIRA, nachdem der vom Mantis Bugtracker auf dieses Tool umgestellt hatte. In Confluence bin ich dagegen täglich. Was aber keine ausgewiesen Expertise begründet… Anyway, ich bin nur wegen Confluence auf so einem Treffen – so viel vorab. Inzwischen hat das Kind einen neuen Namen, die Idee/das Konzept ist aber gleich geblieben. Und so haben sich am 30. Jänner rund 25 Interessierte eingefunden, um den Abend nach folgender Agenda zu bestreiten:

Top 1) Digitale Benutzeranträge – made with JIRA Core and JWT
Alexander Richter (Empiriecom)
Das war JIRA und daher habe ich (s.o.) nichts kapiert, außer dass JIRA Workflows kann.

Top 2) Confluence Tipps + Tricks
Thomas Schmid (TeamBank)
Das war für mich grundsätzlich interessant, wenn auch die Tipps und Tricks doch recht basic waren. Aber diese Reihe wird fortgeführt und so kann ich mit Sicherheit bei einem nächsten Treffen (und dann bestimmt schon auf die 7.x Confluence abgestimmt) Hinweise mitnehmen.

Top 3) Open-Space
Moderation Stephan Krauss (AncudIT)
Hier war ich im Slot zu „Informationsarchitektur vs. Navigation“, der mit ein paar wichtige Hinweise und Kontakte gegeben hat. Der von mir selbst ausgerufene Slot „Mobil – das alte Thema“ war ernüchternd. Mobil is nich – da hatte keiner den Geheimtipp. Also Confluence geht mobil gerade noch lesend, aber vernünftig editieren eben nicht. Das ist zumindest schon mal ein Trost.

Outro

Digitale Transformation fußt auf transparente Kommunikation gepaart mit Veränderungsbereitschaft. Für beides steht Confluence. Es ist nur ein Tool, aber wenn man es in diesen Kategorien vorlebt, kann es viel an Veränderung bewirken. Daher ist ein (nicht interessengeleitetes!) Selbsthilfe-Treffen von Confluence-Usern grundsätzlich Gold wert. Von diesem war ich jetzt nicht vöööllig geflasht , aber es war ein interessanter Abend und sehr gut investierte Zeit. Man bekommt doch den einen oder anderen Hinweis, nach dem man gar nicht googeln kann, weil man es ja nicht weiß. Und obendrauf das Netzwerk. Sehr nice und danke an die Veranstalter!!

Links

https://ace.atlassian.com/events/details/atlassian-nuremberg-presents-atlassian-community-nurnberg-nuremberg-franconia/

adesso Business Talk mit Ralph Denk, Team-Manager von BORA-hansgrohe

Wettkampfrad 2019 von Peter Sagan

Am gestrigen Freitag gab’s eine weitere Neuauflage eines adesso Business Talks in Nürnberg. Der europaweit agierende IT-Dienstleister hatte dazu allerdings dieses Mal zu einem Business-Frühstück eingeladen. Unter der Überschrift „Ein Blick auf den Profi-Radsport: Wie führt man ein ‚Tour de France‘-Team“ fanden sich rund 30 Interessierte um 7:30 Uhr (!!) in den neuen Design Offices am Rathenauplatz ein, um nach übertragbaren Insights aus dem Radrennsport zu den Gesetzmäßigkeiten der Digitalbranche und einem Digital Leadership rauszuhören.

Die Erfolgsgeschichte vom Radprofi-Team BORA-hansgrohe

Beim Radsport gewinnt zwar immer nur einer, aber nur mit Hilfe der Teamleistung: Der Favorit oder Leader einer Mannschaft kann nur mit seinen Zulieferern, den sprichwörtlichen Wasserträgern, reüssieren, die ihn nicht nur mit Trinkflaschen versorgen, sondern auch Windschatten geben, Ausreißversuche der Konkurrenten verhindern oder in einem solchen Fall die Nachführarbeit leisten. Übertragbares Learning: Für den Weltklasse-Erfolg braucht es das Weltklasse-Team, das selbst bescheiden genug ist, komplett im Hintergrund zu bleiben. Das ist an sich bekannt, aber es nochmal so deutlich gesagt zu bekommen, ist ein Learning. Team-Zusammensetzung und Gesamt-Teamperformance sticht Einzel-Leistung bei Weitem. Das in aller Konsequenz auf digitale Transformation angewendet, ändert auch einiges…

Zurück zum Radrennsport: Dieser findet ausschließlich im öffentlichen Raum statt. Daraus ergibt sich, dass er komplett ohne Eintrittsgelder auskommen muss. Die Finanzierung der Teams erfolgt fast ausschließlich über Sponsoring. Für das Team BORA-hansgrohe sind das derzeit 24 Mio. Euro jährlich sowie eine weitere Mio. aus einem sonstigen Bereich. Sehr hilfreich für diese Art von Sportfinanzierung und -vermarktung sind die sozialen Medien. Die Nutzung derer hängt wiederum an den einzelnen Charakteren. Wichtig ist hier, dass auch in der Kommunikation nach außen der Teamgedanke gelebt wird. „Seid nicht nachtragend, nehmt Emotion auch mal raus“ so Denk an die Zuhörer.

Der Rennrad-Zirkus ist im Vergleich zu anderen Sportarten beinahe eine Ganzjahresveranstaltung. Hier nicht nur immer wieder auf den Punkt Spitzenleistung, sondern diese auch kontinuierlich abrufbar zu halten, ist insbesondere hinsichtlich der Motivation sehr challenging. Oder um es mit Denk zu sagen „Man muss das Thema leben“. Ein Leben daneben findet im Umkehrschluss kaum statt. Das ist ein drittes Learning (das auch erstmal sehr wenig Neuigkeitswert in sich trägt): Erst bedingungslose Aufgabe auf ein Ziel hin ermöglicht Zielerreichung auf Weltklasse-Niveau.

Outro

Ein Businessfrühstück ist definitiv eine interessante Termin-Option, zum Netzwerken ist ein Businessfrühstück allerdings nicht perfekt. Die Auflösungserscheinungen und der Drang zum eigenen Schreibtisch/dem Tagwerk war nach dem etwas über eine Stunde dauernden Vortrag sehr präsent. Auch Denk war nur noch kurz nach dem Vortrag zu bilateralen Gesprächen vor Ort – er wollte zu seiner Familie mit seinen vier Kindern, mit denen er ein gemeinsames Wochenende verbringen will. Das nächste dieser Art wird theoretisch im Juni möglich sein. S.o. , Thema leben und so… Dennoch war er außerordentlich nahbar und völlig unkapriziös. Und so war auch der Charakter der Veranstaltung: Sehr angenehm und darüber hinaus lehrreich, weil (zwar bekannte) Weisheiten aus einem ganz anderen Fokus vermittelt wurden und damit in der Bedeutung anders einsortiert werden konnten. Danke an den Veranstalter!!

Zum Beitragsbild

Das Original-Rad von Peter Sagan der letzten Renn-Saison. Bzw. eines seiner Original-Räder. Denn die 27 Fahrer des Gesamt-Teams teilten sich ein Gesamt-Räderpool von 297 Velos, fokussiert auf unterschiedliche Einsatzbereich wie Berg-, Zeit-, „Normal“- und Kopfsteinpflasterfahren.

Links

https://www.bora-hansgrohe.com/de
Zur Teamseite

https://www.adesso.de/de/index.jsp
Zu adesso

Das nächste Festival. Dieses Mal: Demokratie

Demokratie Festival am 12.06.2020 im Olympiastadion Berlin

Am 12. Juni 2020 startet das „grösste Demokratie Festival“ im Olympiastadion Berlin. Programm, Idee und Auftrag dieses Events wird es sein, mit den potenziell fast 90.000 Anwesenden via Handy eine Vielzahl von Petitionen an die Politik zu produzieren, die das erforderliche Quorum von 50.000 abgegebenen Unterstützerstimmen sofort nehmen, um so systemimmanent das System zu hacken.  Das könnte hinsichtlich der Bedeutung das Woodstock des gesellschaftlichen Wandels in Deutschland werden! Gehört habe ich davon von dem Hauptveranstalter Waldemar Zeiler von Einhorn beim New Work Day Bayern.

Ich habe mir prophylaktisch selbst ein Festival-Kärtchen zu Weihnachten geschenkt. Und ich bin mal sehr sehr neugierig, ob das Festival überhaupt zusammenkommt. Und wenn, wie es werden wird. Für alle anderen neugierigen Nasen – bitte bis einschließlich 6. Januar den Link benutzen. Mersichdsi!